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Okt
17

Pestizide im Trinkwasser

Pestizide im Trinkwasser – der neue Lebensmittelskandal?

Rinderwahnsinn, EHEC-Erreger in Gemüse, SARS bei Schweinen, H5N1 bei Vögeln – wir als Verbraucher haben schon einiges mitgemacht. Sind Pestizide im Trinkwasser der neue Lebensmittelskandal? Laut einer Untersuchung der Stiftung Warentest, die vor kurzem veröffentlicht wurde, könnte das durchaus sein. Demnach sind 10 von 30 Mineralwässer verunreinigt. (Hier geht´s zum Test…)

Bei der Untersuchung konnten Abbauprodukte von Pestiziden, den Süßstoff Acesulfam-K und sogar Korrosionsschutzmittel nachweisen. Die Antwort der betroffenen Unternehmen: Trinkwasser gehöre in Deutschland zu den am besten kontrollierten Lebensmitteln. Wegen der geringen Konzentration der Stoffe sei eine Gesundheitsgefährdung nicht gegeben. Also taugt der Test doch nicht für einen Skandal? Zumindest ein fahler Beigeschmack bleibt.

Denn dass der Einsatz von Pestiziden die Gesundheit von Honigbienen und anderen Tieren gefährden könnte, wird mit einer ähnlichen lautenden Begründung bisher ebenfalls bestritten. Die Konzentration sei zu gering und die Stoffe ungefährlich bei richtiger Anwendung, beteuern die Pestizidhersteller.

Und dennoch: Mehr und mehr Studien kommen zu dem Ergebnis, dass Pestizide und deren Abbauprodukte eine gesundheitsgefährdende Wirkung auf Bienen und andere Organismen haben.

Die Ursache sehen Experten in sogenannten Giftcocktails. Damit ist gemeint, dass die Substanzen ihre schädliche Wirkung erst in Verbindung mit anderen Stoffen freisetzen. Bienen zum Beispiel, die unterschiedliche Pestizide über ihr Futter zu sich nehmen, verfügen über ein geschwächtes Immunsystem und sind weniger stark gegenüber Krankheitserregern geschützt.

Es mag zwar stimmen, dass die festgestellten Grenzwertüberschreitungen bei Mineralwasser im gesetzlichen Rahmen sind. Ob die Stoffe in Verbindungen mit anderen Umweltgiften nicht doch schädlich sind, weiß derzeit aber niemand.

Und immerhin 5 von 30 der von Stiftung Warentest untersuchten Mineralwässer zeigten Spuren von Abbauprodukten mehrerer Pestizide. Ähnliche Tests hatten in der Vergangenheit schon Sorge ausgelöst. So unternahm das Baden-Württembergische Verbraucherschutzministerium vor 5 Jahren den Versuch, einigen Mineralwasserbrunnen die Genehmigung zu entziehen, als dort Spuren von Pestiziden auftauchten.

Aber das Vorhaben scheiterte vor dem Verwaltungsgerichtshof mit der Begründung, es gebe keine unmittelbare Bedrohung für die Bevölkerung.

Interessanter Weise hatten sich 2007 Teile der chemischen Industrie freiwillig dazu verpflichtet, den Einsatz von Chloridazon – einem Herbizid, das beim Rübenanbau eingesetzt wird – in Trinkwasserschutzgebieten zu unterlassen. Chloridazon ist eines der Mittel, dessen Abbauprodukte nun von der Stiftung Warentest in Mineralwasser gefunden wurde.

Wenn Chloridazon aber in Schutzgebieten tabu ist, warum konnten die Warentest-Experten dennoch Spuren im Wasser nachweisen?

Die betroffenen Trinkwässer kommen aus verschiedenen Regionen in Deutschland.

Trotz der Selbstverpflichtung der Industrie, scheinen in vielen Trinkwasserschutzgebieten Pestizide zur Anwendung zu kommen. Das ist nicht nur bedenklich, wenn es um die Gesundheit von Menschen geht. Auch wirtschaftlich ist der Pestizideinsatz ein Minusgeschäft.

Pro Kubikmeter Wasser fallen in manchen Teilen Deutschlands sechs bis sieben Cent für die Reinigung von Pestiziden an. Die Kosten übersteigen den Nutzen durch den Ertragszuwachs, den die Landwirte durch Pestizide haben.

Dass die Politik diese Erkenntnisse ignoriert, zeigt die Stichprobe von Stiftung Warentest eindrücklich.

Ein weiteres Argument dafür, für seine Gesundheit die Eigeninitiative zu ergreifen sich für die Reinigung des Leitungswassers über eine Umkehrosmoseanlage zu  entscheiden, welche neben der Reinigung des Wassers im zweiten Schritt das Wasser zudem wieder belebt.

Als Seminarrektorin war sie zuständig für die Ausbildung von Referendaren. Aktuell bildet sie an der Universität Eichstätt angehende Lehrer im Fach Biologie aus. Als promovierte Biologin, Emotionscoach und Ernährungsberaterin gibt sie ihr Wissen seit vielen Jahren in einem bundesweit in hoher Auflage erscheinenden Elternratgeber über aktuelle Themen aus Gesundheit und Ernährung, Pädagogik und Psychologie weiter, ist Chefredakteurin einer Umweltzeitschrift für Schulkinder, hat über Verhaltensauffälligkeiten und Lernen publiziert und behandelt Klienten mit diversen Emotionsblockaden, wie u.a. Prüfungs-, und Auftrittsängsten, Zahnarztphobien, Flugängsten ... Sie setzt sich für die Verbesserung der Trinkwasserqualität ein, testet Leitungswasser, klärt in Vorträgen über die gesundheitliche Wirkung von Wasser auf und informiert über die verschiedenen Filtersysteme. Für weitere Informationen kontaktieren sie die Autorin per Mail unter helga.rolletschek@ku.de

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